15.05.2019 - 24.05.2019

„Das geht!“ – Mit den Frauengemeinschaften Limbach und Gresaubach unterwegs in Venetien

Ein Reisebericht von Pfarrer Thomas Linnartz

Nach zwei Jahren Pause stand wieder ein Bus für 37 Frauen und Männer der Frauengemeinschaften aus Limbach und Gresaubach früh morgens am Sportplatz in Limbach. Fahrtziel: Venetien, der Landstrich in Norditalien vom Gardasee bis Venedig.

10 Tage dauerte die Reise, die mit vielen Sehenswürdigkeiten, landschaftlichen Schönheiten und Ausblicken, aber auch mit Erfahrungen mit Land und Menschen gefüllt war. Miteinander unterwegs sein, bedeutete gemeinsam singen und beten, „Bauer“ zu spielen, erzählen – nicht nur Witze, bedeutende Bauwerke der Region bestaunen und gemeinsam essen und trinken.

Nach einer Zwischenübernachtung in Como, am gleichnamigen See, hieß die erste Station Padua. „Il Santo“, der Heilige, der heilige Antonius von Padua stand im Mittelpunkt „seiner“ Stadt. Beeindruckend waren die Basilika, in der Reliquien der Heiligen aufbewahrt werden, ebenso wie „Prato della Valle“, mit 90.000 qm2 einer der größten innerstädtischen Plätze Europas. Nicht ohne den berühmten „Café Petrocchi“ (Kaffee mit Minze) zu kosten, verließ man die Stadt.

„Streik bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben“ war am nächsten Tag verkündet… und wir wollten mit der Bahn nach Venedig…! Kein Problem! „Einen früheren Zug nehmen“, war angesagt. Und die Teilnehmenden erlebten in einer Stadtführung die Höhepunkte der Lagunenstadt: Rialtobrücke, Canal Grande, Markusplatz, Dogenpalast… Außerdem blieb genügend Zeit Venedig „auf eigene Faust“ zu erkunden und ein leckeres Eis zu genießen.

Am nächsten Tag stand im Mittelpunkt eine kleine Wanderung in den Euganeischen Hügel, einer Gegend vulkanischen Ursprung mit heißen Thermalquellen. Bevor die Aussicht über die Hügel genossen werden konnte, musste der Weg erklommen werden. Steil, zum Teil matschig (nach Regen) führte der Rundweg auf dem „Ferro di Cavallo“ (Hufeisen). Leider regnete es nach der Wanderung so stark, dass eine Besichtigung des Kurortes Abano Terme „ins Wasser fiel“.

„Auf zu den Brenta-Villen“, der folgende Tag: Auf der Busfahrt entlang des Brenta-Kanals beeindruckten die Residenzen der Adligen aus Venedig. Viele Villen – die berühmteste, Villa Pisani, – zeigten ihre Prunkfassaden den Vorbeifahrenden. In Villa Widmann Rezzonico Foscari konnten die Reisenden den Prunk und die Schönheiten bestaunen, ehe es zu einem kleinen Imbiss in einer landwirtschaftlichen Kooperative ging. Spezialitäten der Region schmeckten allen außerordentlich.

Nach dem Hotelbezug in der Nähe von Verona war für den nächsten Tag eine Stadtführung in Verona angesagt: Außer der bekannten „Arena di Verona“ (von außen) „entdeckten“ die Teilnehmenden in Stadt die Scaliger-Burg, die Piazza della Erbe, den Gavi-Bogen, die Kirche S. Anastasia (von außen) sowie den berühmten Balkon der Julia. Nach der Stadtführung gab es genügend Zeit die Stadt an der Etsch selbst zu erkunden.

Nach Verona steuerte am darauffolgenden Tag der Bus in Richtung Garda-See, nach Sirmione.

Das Castello, der See und die Stadt wurden besichtigt, ehe es am frühen Nachmittag auf den See ging: ein Schiff brachte alle nach Manerba del Garda, einem kleinen Ort am Ufer des Garda-Sees. „Dort oben ist die Burg von Manerba. Dort wollen wir hin.“- Unerschrockene machten sich auf den Weg. Und nach einigen Kilometern bergan belohnte das aussichtsreiche Panorama die Wanderer: der Garda-See lag zu ihren Füßen. Der Abstieg gestaltete sich schwieriger als der Aufstieg. Trittfestigkeit und Vorsicht waren geboten. – Ein weiteres Abenteuer lag hinter den Wanderern.

Es sollte nicht das letzte sein: Am nächsten Tag ging es nach Garda, der Ort, der dem See seinen Namen gab – und ein beliebtes Urlaubsgebiet auch für deutsche Touristen ist. Hoch über dem See liegen Ruinen der im 5. Jahrhundert erbauten „Rocca di Garda“. Lange galt die Burg als uneinnehmbar.

Hier hinauf ging es über Treppenstufen, Pfade und Wege. Oben angekommen, zeigte sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite – einen weiten Ausblick über Stadt und Land. Zurück über den Bergrücken Richtung Bardolino, der Uferpromenade entlang ging es wieder nach Garda – und anschließend zu einer Weinprobe mit dem bekannten Bardolino-Wein. Lecker!

Am folgenden Tag hieß Abschied nehmen von einer Landschaft, die durch Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Genüsse für Augen und Gaumen gekennzeichnet ist. Bevor der Pfeil wieder Richtung Heimat wies, ließen sich die Teilnehmenden in die Geheimisse der Olivenöl-Produktion einweihen und probierten Olivenöle in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: mit Zitronen-, Steinpilz-, Trüffel- oder Chiligeschmack. Natürlich wurden einige Flaschen des kostbaren Öls „gebunkert“. So hieß die letzte Station – zur Zwischenübernachtung Flüeli in der Schweiz. Mit einem Gute-Nacht-Ständchen des Busfahrers auf seiner Trompete klang auch der letzte Abend aus.

Nach einem Abschlussgottesdienst in der Oberen Ranftkapelle im Heimatort des heiligen Niklas von der Flüe hieß es: „Auf nach Limbach!“ …und alle kamen gut gelaunt wieder nach Hause.

Ein herzliches Dankeschön allen, die zu diesem harmonischen und außergewöhnlichen Reise beigetragen haben: mit Übersetzungen, mit Verpflegung im Bus, mit Gesangstücken oder Trompetensoli.

In zwei Jahren soll wieder eine Reise starten und heißen: „Es geht…los.“

Text und Fotos: Thomas Linnartz